Psychologie & Alltag
150 Karten. Tippe eine an, um sie im Feed zu öffnen – von dort geht es mit dem Thema weiter.
Quer zu den Themen gibt es Schlagwörter – oder durchsuche alle Karten.
- 21 Tage für eine Gewohnheit? Die Studie sagt etwas anderes.
Phillippa Lally begleitete 2010 96 Personen, die täglich eine neue Routine ausführten, etwa ein Glas Wasser zum …
- Ein Glücksrad beeinflusst, wie viele afrikanische UN-Staaten du schätzt.
Tversky und Kahneman drehten 1974 ein manipuliertes Glücksrad, das auf 10 oder 65 stoppte. Danach schätzten die …
- Kurz die Mail checken kostet mehr als die Minute.
Sophie Leroy zeigte 2009: Wechselst du von einer unfertigen Aufgabe zu einer neuen, bleibt ein Teil deiner …
- Du suchst nicht nach Wahrheit, sondern nach Bestätigung.
Beim Bestätigungsfehler nimmst du Informationen, die zu deiner Meinung passen, stärker wahr, erinnerst sie besser und …
- Ein Kästchen im Formular entscheidet über Organspende-Quoten.
Johnson und Goldstein verglichen 2003 europäische Länder. Wo man aktiv zustimmen muss, waren 4 bis 28 Prozent …
- Dopamin ist kein Glückshormon, sondern ein Überraschungssignal.
Wolfram Schultz maß 1997 Dopamin-Neuronen bei Affen. Sie feuerten bei unerwartetem Saft. Kündigte ein Licht den Saft …
- Wer wenig kann, merkt es oft nicht.
Dunning und Kruger fanden 1999: Teilnehmer im untersten Leistungsviertel bei Logik- und Grammatiktests schätzten sich …
- Willenskraft als leerer Akku: eine Theorie, die den Test nicht bestand.
Roy Baumeister behauptete ab 1998, Selbstkontrolle sei eine begrenzte Ressource, die sich verbraucht wie ein Akku. Über …
- 200 gerettet oder 400 tot: dieselbe Zahl, andere Entscheidung.
Tversky und Kahneman schilderten 1981 eine Seuche, die 600 Menschen bedroht. Programm A rettet sicher 200. Programm B …
- Der Drängler ist ein Idiot, du hattest nur Stress.
Bei anderen erklärst du Verhalten mit dem Charakter, bei dir selbst mit der Situation. Jones und Harris ließen 1967 …
- Visueller Lerntyp? Die Forschung findet keinen Beleg.
Über 90 Prozent der Lehrkräfte in Umfragen glauben, Menschen lernten besser, wenn Stoff zu ihrem Lerntyp passt. Pashler …
- Textmarker und Nachlesen: die beliebtesten Lernmethoden bringen am wenigsten.
Dunlosky und Kollegen bewerteten 2013 zehn Lerntechniken anhand hunderter Studien. Markieren, Unterstreichen und …
- Der Marshmallow-Test sagt weniger über Kinder aus als gedacht.
Walter Mischel fand in den 1970ern: Kinder, die auf ein zweites Marshmallow warten konnten, waren später erfolgreicher. …
- Du magst Dinge, nur weil du sie schon mal gesehen hast.
Robert Zajonc zeigte 1968 Teilnehmern chinesische Schriftzeichen unterschiedlich oft. Je häufiger ein Zeichen erschien …
- Ein 99 Prozent genauer Test, und trotzdem bist du wahrscheinlich gesund.
Eine Krankheit trifft 1 von 10.000. Der Test erkennt sie zu 99 Prozent und liefert bei Gesunden 1 Prozent Fehlalarme. …
- Sobald eine Kennzahl zum Ziel wird, taugt sie nicht mehr.
Goodharts Gesetz: Wird ein Maß zur Zielvorgabe, hört es auf, ein gutes Maß zu sein. Belohnst du Programmierer pro Zeile …
- Niemand hat dich ignoriert. Er hat deine Nachricht vergessen.
Hanlons Rasiermesser: Erkläre nichts mit Bosheit, was sich hinreichend durch Dummheit erklären lässt. Die …
- Frag nicht, wie du gewinnst. Frag, wie du sicher verlierst.
Inversion dreht das Problem um. Statt „Wie werde ich produktiv?“ fragst du „Wie zerstöre ich meinen Tag garantiert?“ …
- Die Karte ist nicht das Gebiet, und dein Modell nicht die Welt.
Alfred Korzybski formulierte 1931: Die Karte ist nicht das Gebiet. Jede Karte lässt Dinge weg, sonst wäre sie so groß …
- Die Erklärung mit den wenigsten Annahmen gewinnt meistens.
Wilhelm von Ockham formulierte im 14. Jahrhundert: Man soll nicht mehr Annahmen machen als nötig. Wenn dein Auto nicht …
- 20 Prozent deiner Arbeit bringen 80 Prozent des Ergebnisses.
Vilfredo Pareto bemerkte 1896, dass 20 Prozent der Italiener 80 Prozent des Landes besaßen. Das Muster taucht überall …
- Stell dir vor, das Projekt ist gescheitert. Jetzt erklär, warum.
Gary Klein entwickelte das Pre-Mortem: Vor dem Start stellt sich das Team vor, ein Jahr sei vergangen und das Projekt …
- Gut genug schlägt perfekt, und macht dich zufriedener.
Herbert Simon prägte 1956 den Begriff Satisficing: Statt die beste Option zu suchen, legst du vorher eine Schwelle fest …
- Und dann? Die Frage, die die meisten Entscheider nicht stellen.
Denken erster Ordnung sieht die direkte Folge: Ein Kopfgeld auf Ratten reduziert Ratten. Denken zweiter Ordnung fragt …
- Das Geld ist weg, egal ob du den Film zu Ende schaust.
Versunkene Kosten sind bezahlt und kommen nicht zurück: die 12 Euro Kinokarte, drei Jahre im falschen Studium. Rational …
- Odysseus ließ sich fesseln, weil er sich selbst nicht traute.
Um den Gesang der Sirenen zu hören, ohne zu ertrinken, ließ sich Odysseus an den Mast binden und befahl der Crew, ihn …
- Länger Schmerz ertragen und es trotzdem besser finden.
Kahneman ließ 1993 Teilnehmer die Hand 60 Sekunden in 14 Grad kaltes Wasser halten. Im zweiten Durchgang 60 Sekunden …
- Warum deine Abgabe immer länger dauert als geplant.
Buehler und Kollegen fragten 1994 Studierende, wann sie ihre Abschlussarbeit fertig hätten. Die Schätzung lag im Mittel …
- Power Posing gilt als widerlegt, trotz 70 Millionen Views.
2010 berichteten Carney, Cuddy und Yap, zwei Minuten in einer breiten Siegerpose erhöhten Testosteron und …
- Wörter über das Alter machen dich nicht langsamer.
John Bargh berichtete 1996: Wer Wörter wie „Florida“ und „Falten“ sortierte, ging danach langsamer zum Aufzug. Diese …
- Warum du Anfang und Ende einer Liste behältst, die Mitte nicht.
Lernst du eine Liste von 15 Wörtern, erinnerst du die ersten und letzten am besten. Die ersten hattest du Zeit zu …
- Dein Handy stört dich sogar, wenn es aus ist.
Ward und Kollegen ließen 2017 rund 800 Personen Konzentrationstests machen. Das stumm geschaltete Handy lag entweder …
- Dieselbe Lernzeit, doppelt so viel behalten.
Verteilst du 60 Minuten Lernen auf mehrere Tage statt auf einen Abend, behältst du deutlich mehr. Hermann Ebbinghaus …
- Die Einschusslöcher, die keiner sah, retteten Bomber.
Im Zweiten Weltkrieg wollte das US-Militär Flugzeuge dort panzern, wo zurückgekehrte Maschinen die meisten Einschüsse …
- Sich abfragen schlägt Nachlesen, auch wenn es sich schlechter anfühlt.
Roediger und Karpicke ließen 2006 Studierende einen Text entweder viermal lesen oder einmal lesen und dreimal aus dem …
- Die Hälfte der Zuschauer übersah einen Gorilla mitten im Bild.
Simons und Chabris zeigten 1999 ein Video, in dem Spieler einen Basketball passen. Die Aufgabe: Pässe zählen. …
- Warum Tauben, Spielautomaten und dein Feed dasselbe Prinzip nutzen.
B. F. Skinner entdeckte: Belohnst du eine Taube nicht bei jedem Picken, sondern unregelmäßig, pickt sie viel häufiger …
- Warum Haie gefährlicher wirken als das Wasser selbst.
Dein Gehirn schätzt Wahrscheinlichkeit danach, wie leicht dir Beispiele einfallen. Was dramatisch ist und in den …
- Nach einem Tag ist der größte Teil weg, aber nicht alles.
Ebbinghaus lernte 1885 sinnlose Silben und prüfte, wie viel er noch wusste. Nach 20 Minuten waren rund 40 Prozent …
- 100 Euro verlieren tut mehr weh, als 100 Euro gewinnen freut.
Kahneman und Tversky zeigten, dass Verluste psychologisch etwa doppelt so schwer wiegen wie gleich große Gewinne. Eine …
- Wie du im Stimmengewirr deinen Namen hörst.
Dein Gehirn filtert im Lärm eine Stimme heraus, indem es Richtung, Tonhöhe und Rhythmus nutzt. Der Rest wird nicht …
- Wie ein Feed dich hält, ohne dass du es merkst.
Drei Mechanismen greifen ineinander. Variable Belohnung: Du weißt nie, ob der nächste Beitrag gut ist, also scrollst du …
- Wie eine Gewohnheit aus drei Teilen entsteht.
Eine Gewohnheit besteht aus Auslöser, Routine und Belohnung. Der Auslöser ist ein Ort, eine Uhrzeit, ein Gefühl oder …
- Wie gemischtes Üben dich beim Lernen langsamer und beim Test besser macht.
Rohrer und Taylor ließen 2007 Studierende Volumenformeln üben: eine Gruppe blockweise, immer nur eine Körperform, die …
- Wie Motivation entsteht, wenn niemand dich bezahlt.
Deci und Ryan fanden drei Grundbedürfnisse, die intrinsische Motivation speisen: Autonomie, also selbst entscheiden …
- Wie dein Gehirn nachts entscheidet, was du behältst.
Im Tiefschlaf spielt der Hippocampus die Aktivitätsmuster des Tages im Zeitraffer erneut ab und überträgt sie …
- Wie Karteikarten-Apps entscheiden, wann du eine Karte wiedersiehst.
Jede Karte bekommt ein Intervall. Weißt du die Antwort, wächst es, etwa von 1 auf 3, 7, 16, 35 Tage. Weißt du sie …
- Wie ein Wenn-dann-Satz deine Vorsätze verlässlicher macht.
Peter Gollwitzer nennt es Implementation Intention: Statt „Ich will mehr Sport machen“ formulierst du „Wenn ich montags …
- Wie du zuhörst, sodass sich jemand verstanden fühlt.
Aktives Zuhören geht auf Carl Rogers zurück und hat drei Bausteine: Erstens volle Aufmerksamkeit – Handy weg …
- Fakten machen Menschen doch nicht sturer.
Lange hieß es, Richtigstellungen verstärkten falsche Überzeugungen („Backfire-Effekt“). Wood und Porter testeten das …
- Deine stärkste Verhandlungswaffe ist der Plan B.
BATNA steht für „Best Alternative To a Negotiated Agreement“ – die beste Option, wenn die Verhandlung scheitert. Fisher …
- Gruppen-Brainstorming liefert weniger Ideen als Alleinarbeit.
Diehl und Stroebe verglichen 1987 Vierergruppen mit vier Personen, die allein arbeiteten und ihre Ideen zusammenlegten. …
- Unsinn zu widerlegen kostet zehnmal mehr als Unsinn zu erzeugen.
Brandolinis Gesetz, 2013 vom Programmierer Alberto Brandolini formuliert: Die Energie, die nötig ist, um Blödsinn zu …
- Je mehr Zeugen, desto weniger Hilfe – meistens.
Eine Meta-Analyse von 2011 über 105 Studien bestätigt den Zuschauereffekt: In Gruppen fühlt sich jeder weniger …
- Zwei Kreise, die entscheiden, ob du dich abnutzt.
Stephen Covey unterscheidet den Kreis der Sorgen – alles, was dich beschäftigt – vom kleineren Kreis des Einflusses, in …
- Kreativität hat zwei Gänge – schalte sie nicht gleichzeitig.
Der Psychologe J. P. Guilford unterschied 1956 divergentes Denken – viele mögliche Antworten erzeugen – von …
- Vier Felder, die dringend von wichtig trennen.
Die Eisenhower-Matrix, benannt nach einem Zitat des US-Präsidenten, sortiert Aufgaben nach zwei Achsen: wichtig und …
- Wer zuerst eine Zahl nennt, gewinnt meist.
Galinsky und Mussweiler ließen 2001 Paare über eine Fabrik verhandeln. Machte der Käufer das erste Angebot, lag der …
- Warum Experten so schlecht erklären.
1990 ließ Elizabeth Newton Menschen bekannte Lieder auf den Tisch klopfen. Die Klopfenden schätzten, Zuhörer würden …
- Warum eine winzige Bitte die große Bitte vorbereitet.
1966 baten Freedman und Fraser Hausbesitzer, ein riesiges Schild „Fahr vorsichtig“ im Vorgarten aufzustellen. Nur 17 % …
- Wie ein Wort für dein Gefühl die Amygdala beruhigt.
Lieberman und Kollegen zeigten 2007 im Hirnscanner: Wer ein ängstliches Gesicht sieht und es mit dem Wort „ängstlich“ …
- Beim Gehen fallen dir deutlich mehr Ideen ein.
Oppezzo und Schwartz ließen 2014 Personen im Sitzen und im Gehen ungewöhnliche Verwendungen für Alltagsgegenstände …
- Wie du Kritik in vier Schritten ohne Angriff äußerst.
Marshall Rosenbergs Gewaltfreie Kommunikation nutzt vier Schritte: Beobachtung ohne Bewertung („Das Geschirr steht seit …
- Das eine Verhalten, das Paare am stärksten auseinandertreibt.
John Gottman beobachtete über Jahrzehnte Paare im Labor und beschrieb vier Warnsignale: Kritik, Abwehr, Mauern und …
- Was ohne Beleg behauptet wird, darf ohne Beleg abgelehnt werden.
Hitchens’ Rasiermesser, benannt nach dem Autor Christopher Hitchens, fasst die Beweislast zusammen: Wer eine Behauptung …
- Wie ein Satzanfang Streit entschärft.
Thomas Gordon beschrieb in den 1960ern die Ich-Botschaft: Statt „Du hörst nie zu“ sagst du „Ich fühle mich übergangen …
- Deine Nervosität ist viel unsichtbarer, als du denkst.
Gilovich, Savitsky und Medvec zeigten 1998: Menschen überschätzen deutlich, wie gut andere ihre inneren Zustände …
- Die Lösung kommt unter der Dusche – mit gutem Grund.
Sio und Ormerod fassten 2009 in einer Meta-Analyse 117 Studien zum Inkubationseffekt zusammen: Wer ein Problem liegen …
- Der Kaffee von 16 Uhr ist um Mitternacht noch halb da.
Koffein blockiert Adenosin-Rezeptoren – Adenosin ist das Signal, das über den Tag Müdigkeit aufbaut. Die Halbwertszeit …
- Die anderen mochten das Gespräch mehr, als du glaubst.
Boothby und Kollegen ließen 2018 Fremde miteinander reden und danach einschätzen, wie sehr das Gegenüber sie mochte. …
- Du magst Dinge, nur weil du sie öfter siehst.
Zajonc zeigte ab 1968: Wer ein Symbol, Gesicht oder Wort wiederholt sieht, bewertet es positiver – auch ohne bewusste …
- Multitasking gibt es nicht – nur schnelles Umschalten.
Das Gehirn bearbeitet zwei anspruchsvolle Aufgaben nicht parallel, sondern wechselt hin und her. Jeder Wechsel kostet …
- Wie 25 Minuten Küchenwecker gegen Aufschieben helfen.
Francesco Cirillo entwickelte die Technik Ende der 1980er mit einem tomatenförmigen Küchenwecker: 25 Minuten eine …
- Warum ein 10-Minuten-Nickerchen besser wirkt als 30 Minuten.
Brooks und Lack verglichen 2006 Nickerchen von 5, 10, 20 und 30 Minuten. Das 10-Minuten-Nickerchen brachte die stärkste …
- Lies jede Aussage erst in ihrer vernünftigsten Deutung.
Das Prinzip der wohlwollenden Interpretation aus der Philosophie besagt: Wenn eine Aussage mehrdeutig ist, wähle die …
- Frag dein 80-jähriges Ich, bevor du entscheidest.
Das Regret-Minimization-Framework beschrieb Jeff Bezos für seine Entscheidung, 1994 einen sicheren Job für Amazon …
- Wie sieben Fragen aus jeder Idee zehn neue machen.
SCAMPER ist eine Checkliste von Bob Eberle (1971) für Ideenfindung. Nimm ein bestehendes Produkt und frage: Substitute …
- Du fliegst jede Woche über Zeitzonen – ohne Flugzeug.
Sozialer Jetlag, ein Begriff des Chronobiologen Till Roenneberg, beschreibt die Differenz zwischen deiner Schlafmitte …
- Niemand hat dein peinliches T-Shirt bemerkt. Wirklich.
Gilovich ließ 2000 Studierende ein Barry-Manilow-Shirt in einen Seminarraum tragen. Sie schätzten, etwa die Hälfte der …
- Das Gegenteil des Strohmanns – und warum es dich klüger macht.
Steelmanning heißt, die Gegenposition in ihrer stärksten Form zu formulieren – so gut, dass die Gegenseite sagt: „Ja …
- Das Argument, das du gar nicht gemacht hast.
Ein Strohmann entsteht, wenn jemand deine Position verzerrt wiedergibt und dann die Verzerrung widerlegt. Du sagst „Wir …
- Wie du deinen Lieblingspodcast als Sportköder nutzt.
Milkman, Minson und Volpp gaben 2014 Studierenden spannende Hörbücher, die sie nur im Fitnessstudio hören durften. …
- Wie du To-dos in den Kalender statt auf Listen schreibst.
Beim Timeboxing gibst du jeder Aufgabe vorab ein festes Zeitfenster im Kalender – etwa „Bericht: Mittwoch 9–11 Uhr“. …
- Erst absurd viel verlangen, dann das Eigentliche.
Cialdini fragte 1975 Studierende, ob sie zwei Jahre lang wöchentlich Jugendliche betreuen würden. Fast alle lehnten ab. …
- „Und was ist mit …?“ – die Antwort, die keine ist.
Whataboutism ist eine Form des Tu-quoque-Fehlschlusses: Statt einen Vorwurf zu entkräften, zeigt man auf ein anderes …
- Der unsichtbare Korridor, in dem jeder Deal liegt.
Die ZOPA (Zone of Possible Agreement) ist der Bereich zwischen dem Maximum, das der Käufer zahlen würde, und dem …
- Wie du Kleinkram sofort loswirst, statt ihn zu verwalten.
David Allens Zwei-Minuten-Regel aus „Getting Things Done“: Dauert eine Aufgabe unter zwei Minuten, erledige sie sofort. …
- Drei Linien, eine offensichtliche Antwort, und trotzdem sagten viele das Falsche.
1951 ließ Solomon Asch Teilnehmer beurteilen, welche von drei Linien so lang ist wie eine Vorlage. Die Aufgabe war …
- Ein warmer Dozent wirkt auch attraktiver. Derselbe Mann, dasselbe Gesicht.
1977 zeigten Nisbett und Wilson Studenten zwei Videos desselben Dozenten mit belgischem Akzent: einmal freundlich …
- Lottogewinner sind ein Jahr später kaum glücklicher als vorher.
1978 verglichen Brickman, Coates und Janoff-Bulman 22 Lottogewinner, 29 Unfallopfer mit Querschnittlähmung und eine …
- Das Gefühl, gleich als Schwindler aufzufliegen, ist erstaunlich verbreitet.
1978 beschrieben Pauline Clance und Suzanne Imes das Impostor-Phänomen an 150 erfolgreichen Frauen: Sie hielten ihre …
- Warum du deine Meinung änderst, wenn du für 1 Dollar lügst.
1959 ließen Festinger und Carlsmith Studenten eine stinklangweilige Aufgabe machen und dann dem nächsten erzählen, sie …
- 24 Marmeladen lockten mehr Kunden an, 6 verkauften mehr.
Iyengar und Lepper stellten 2000 in einem Supermarkt abwechselnd 6 und 24 Marmeladen zum Probieren auf. Der große Stand …
- Der Zustand, in dem du die Uhr vergisst, hat ein Rezept.
Mihaly Csikszentmihalyi nannte ihn Flow: volle Konzentration, Zeitgefühl weg, Handeln und Bewusstsein verschmelzen. …
- Arbeit dehnt sich aus, bis sie die verfügbare Zeit füllt.
Cyril Northcote Parkinson schrieb den Satz 1955 in einem satirischen Essay im „Economist“, nach Beobachtungen in der …
- Verbiete etwas, und es wird plötzlich attraktiv.
Jack Brehm beschrieb 1966 Reaktanz: Fühlt sich deine Freiheit bedroht, willst du genau das, was eingeschränkt wird …
- Eine geschenkte Cola verkaufte fast doppelt so viele Lose.
1971 ließ Dennis Regan Versuchspersonen zusammen mit einem angeblichen Mitteilnehmer Bilder bewerten. In einer Pause …
- Wie du täglich ein paar Stunden wirklich denkst statt nur zu reagieren.
Cal Newport nennt konzentrierte, ablenkungsfreie Arbeit an schwierigen Aufgaben Deep Work. Sein Rezept: Blocke feste …
- Wie ein Montag dir beim Anfangen hilft, und ein Geburtstag auch.
Dai, Milkman und Riis fanden 2014, dass Menschen Ziele bevorzugt an zeitlichen Grenzen starten: Suchanfragen nach …
- Wie du Zutrauen in dich baust, ohne dir etwas einzureden.
Albert Bandura beschrieb 1977 Selbstwirksamkeit: die Überzeugung, eine Aufgabe schaffen zu können. Sie speist sich aus …
- 39 Studierende bekamen dieselbe Persönlichkeitsanalyse. Alle fanden sie treffend.
Bertram Forer gab 1949 seinen 39 Studierenden angeblich individuelle Auswertungen – in Wahrheit allen denselben Text …
- Dieselbe Tasse ist doppelt so viel wert, sobald sie dir gehört.
Kahneman, Knetsch und Thaler verteilten 1990 Tassen an eine Hälfte der Teilnehmer. Besitzer verlangten im Schnitt rund …
- Wo warst du damals? Deine Antwort verändert sich, dein Vertrauen nicht.
Talarico und Rubin befragten ab dem 12. September 2001 Studierende wiederholt zu ihrer Erinnerung an die Anschläge. Die …
- Dein Gesprächspartner wurde ausgetauscht. Du merkst es nicht.
Simons und Levin ließen 1998 Passanten nach dem Weg fragen. Zwei Träger mit einer Tür schoben sich dazwischen, dabei …
- Du erinnerst dich sicher an ein Wort, das nie fiel.
Hörst du „Bett, Ruhe, wach, müde, Traum“, nennen viele beim Abruf auch „Schlaf“ – obwohl es nie vorkam. Roediger und …
- Die berühmten 150 Freunde sind eine sehr wackelige Zahl.
Robin Dunbar schloss aus dem Verhältnis von Hirngröße und Gruppengröße bei 38 Primatengattungen auf rund 150 stabile …
- Erklär mal, wie ein Reißverschluss funktioniert. Genau.
Rozenblit und Keil ließen 2002 Studierende einschätzen, wie gut sie Alltagsgeräte verstehen. Dann sollten sie die …
- Nichts ist so wichtig, wie es beim Daranendenken wirkt.
Schkade und Kahneman fragten 1998, ob Menschen in Kalifornien zufriedener seien. Befragte im Mittleren Westen und in …
- Du nutzt nicht 10 Prozent deines Gehirns. Du nutzt alles.
Bildgebende Verfahren zeigen Aktivität in allen Hirnarealen, auch im Schlaf. Das Gehirn macht rund 2 Prozent des …
- Wie ein Student seine Zahlenspanne von 7 auf 80 brachte.
Chunking heißt: Einzelteile zu bedeutungsvollen Einheiten bündeln. Der Läufer SF übte bei Anders Ericsson über zwei …
- Wie eine einzige Frage aus Auswendiglernen Verstehen macht.
Frag bei jedem neuen Fakt: „Warum ist das so?“ und beantworte es dir selbst. Dunlosky und Kollegen stuften diese …
- Wie du sympathischer wirkst, ohne etwas von dir zu erzählen.
Huang und Kollegen zeigten 2017: Wer im Gespräch mehr Fragen stellt, wird stärker gemocht. Besonders wirksam sind …
- Wie du merkst, dass deine Schätzungen zu eng sind.
Schätze nicht einen Wert, sondern eine Spanne, in der du zu 90 Prozent sicher bist. Wenn du kalibriert wärst, läge die …
- Wie du eine Liste in deiner Wohnung ablegst und wiederfindest.
Wähle einen Weg, den du blind gehen kannst: Tür, Flur, Küche, Sofa. Verwandle jeden Listenpunkt in ein möglichst …
- Wie du positives Denken mit dem Hindernis kombinierst.
Vier Schritte: Wunsch benennen, bestes Ergebnis ausmalen, das wichtigste innere Hindernis suchen, dann einen …
- Wie du dich an Vorhaben erinnerst, statt an sie zu denken.
Sich an Zukünftiges zu erinnern gelingt viel besser, wenn ein äußeres Ereignis den Auslöser liefert, statt dass du …
- Wie du Rückmeldung gibst, ohne dass sie wie ein Urteil klingt.
Das SBI-Modell des Center for Creative Leadership hat drei Teile: Situation nennen (wann, wo), Verhalten beschreiben …
- Wie ein Pronomen deinen Kopf vor einem Auftritt beruhigt.
Sprich in Gedanken nicht als „ich“, sondern mit deinem Namen oder „du“ über die Lage. Ethan Kross und Kollegen fanden …
- Wie „gib dein Bestes“ zum schlechtesten Ziel überhaupt wird.
Locke und Latham werteten über 25 Jahre rund 400 Studien aus. Ergebnis: Konkrete und schwierige Ziele schlagen vage …
- Selbst zusammengeschraubt ist plötzlich 63 Prozent mehr wert.
Norton, Mochon und Ariely ließen Teilnehmer Möbel selbst montieren oder fertig begutachten. Die Selbstbauer waren …
- Deine ersten Lebensjahre sind gelöscht, nicht nie gespeichert.
Die meisten Erwachsenen datieren ihre früheste Erinnerung auf drei bis vier Jahre; vor 3,5 Jahren bleibt fast nichts. …
- Zwei Bedingungen können nie wahrscheinlicher sein als eine.
Linda ist 31, direkt, hat Philosophie studiert und war in der Anti-Atom-Bewegung. Ist sie eher Bankangestellte oder …
- Taucher vergaßen unter Wasser, was sie am Strand gelernt hatten.
Godden und Baddeley ließen 1975 Taucher 36 Wörter lernen – am Strand oder unter Wasser – und später abrufen. Wer am …
- Selbst gezogenes Los, vierfacher Preis. Die Chance bleibt gleich.
Ellen Langer ließ 1975 Büroangestellte Lotterielose entweder selbst wählen oder zugeteilt bekommen. Wer selbst gewählt …
- Bezahl jemanden fürs Malen, und er malt danach weniger.
Lepper, Greene und Nisbett zeigten 1973: Kinder, die für freiwilliges Malen eine angekündigte Belohnung bekamen, malten …
- Es gibt keine linkshirnigen und rechtshirnigen Menschen.
Nielsen und Kollegen untersuchten 2013 die Ruhenetzwerke von über 1.000 Gehirnen im MRT. Sie fanden keine Personen …
- Menschen erkennen Lügen in 54 Prozent der Fälle. Münzwurf: 50.
Bond und DePaulo werteten 2006 rund 206 Studien mit 24.483 Beurteilern aus. Im Schnitt lagen sie zu 54 Prozent richtig. …
- Deine Augen können bestimmen, welche Silbe du hörst.
Harry McGurk und John MacDonald zeigten 1976 in Nature: Hörst du „ba-ba“, siehst aber Lippen, die „ga-ga“ formen …
- „93 Prozent Kommunikation ist Körpersprache“ – so nie gemeint.
Albert Mehrabians Zahlen 7, 38 und 55 Prozent stammen aus zwei Studien von 1967 mit einzelnen gesprochenen Wörtern wie …
- Fast die Hälfte deines Tages denkst du an etwas anderes.
Killingsworth und Gilbert befragten 2010 per App 2.250 Erwachsene zu zufälligen Zeitpunkten. In 46,9 Prozent der …
- Ein einziges Verb ändert, was Zeugen gesehen haben wollen.
Loftus und Palmer zeigten 1974 einen Unfallfilm. Gefragt, wie schnell die Autos „zusammenkrachten“, schätzten Zuschauer …
- Warum eine simple Strategie ein Turnier voller Tricks gewann.
Im Gefangenendilemma lohnt sich Verrat einzeln, aber gemeinsames Kooperieren bringt beiden mehr. Robert Axelrod ließ …
- Alle nicken. Niemand ist überzeugt.
Irving Janis beschrieb 1972 acht Anzeichen: Unverwundbarkeitsgefühl, Wegerklären von Warnungen, Feindbilder …
- Ohne Absprache in New York verabreden: Wo und wann?
Thomas Schelling stellte diese Frage 1960 in „The Strategy of Conflict“. Die meisten seiner Studierenden nannten …
- Jede Entscheidung im Ungewissen hat vier mögliche Ausgänge.
Treffer, Verpasser, Fehlalarm, richtige Ablehnung: Die Signalentdeckungstheorie aus der Radarforschung der 1950er …
- Zwei Gänge im Kopf: einer schnell, einer teuer.
System 1 antwortet sofort, mühelos und gefühlsnah; System 2 rechnet langsam, kontrolliert und kostet Aufmerksamkeit. …
- Erst schießen, dann die Zielscheibe um die Treffer malen.
Der Fehlschluss entsteht, wenn du in Daten nach Mustern suchst und erst danach die Hypothese formulierst. Eine …
- „Die Ampel ist grün“ – vier Botschaften in vier Wörtern.
Friedemann Schulz von Thun beschrieb 1981: Jede Aussage hat vier Seiten – Sachinhalt, Selbstkundgabe, Beziehung und …
- Weniger als 10 Prozent lösen diese Aufgabe mit vier Karten.
Vier Karten zeigen 3, 8, blau und rot. Regel: „Ist eine Zahl gerade, ist die Rückseite blau.“ Welche musst du umdrehen? …
- Mozart hören macht dein Kind nicht klüger. Nie behauptet worden.
Rauscher und Kollegen fanden 1993 eine kurze Verbesserung in einer räumlichen Teilaufgabe, die nach etwa 15 Minuten …
- Alle finden es falsch. Jeder hält sich für den Einzigen.
Prentice und Miller befragten 1993 Studierende zum Trinkverhalten auf dem Campus. Fast alle glaubten, die anderen …
- Warum deine Lieblingsmusik aus deiner Jugend stammt.
Bittet man ältere Menschen um Lebenserinnerungen, häufen sich diese auffällig zwischen etwa 10 und 30 Jahren. Der …
- Je größer die Gruppe, desto leiser rufst du.
Latané und Kollegen ließen Menschen so laut wie möglich rufen. Glaubten sie, eine weitere Person rufe mit, brachten sie …
- Das berühmteste Gefängnisexperiment gilt heute als methodisch entwertet.
Zimbardos Studie von 1971 wurde nach sechs Tagen abgebrochen. Thibault Le Texier zeigte 2019 anhand der Archive, dass …
- Lesen kannst du nicht abschalten, auch wenn du willst.
Steht das Wort ROT in blauer Schrift und du sollst die Farbe nennen, stockst du. John Ridley Stroop zeigte das 1935 …
- Das berühmteste Werbeexperiment der Welt hat nie stattgefunden.
James Vicary behauptete 1957, eingeblendete Kurzbotschaften in einem Kino in Fort Lee hätten bei 45.699 Zuschauern den …
- Starr lange genug auf einen Punkt, und dein Umfeld verschwindet.
Ignaz Troxler beschrieb 1804: Fixierst du einen Punkt völlig starr, verblassen unbewegte Reize am Rand deines …
- Die berühmten sieben Dinge im Kopf sind eher vier.
George Miller nannte 1956 die „magische Zahl sieben plus minus zwei“ als Kapazität des Arbeitsgedächtnisses. Nelson …
- Bei Vollmond passiert nichts Besonderes. Du merkst es dir nur.
Rotton und Kelly werteten 1985 37 Studien zu Mondphasen und Verhalten aus und fanden keinen Zusammenhang; von 23 …
- Zwei geschenkte Stempel machen dich um drei Tage schneller.
Kivetz, Urminsky und Zheng verteilten 2006 an 108 Café-Kunden Bonuskarten. Eine Gruppe brauchte 10 Stempel, die andere …